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Kaufmännische Krankenkasse KKH

Mit Datenintegration durch die Gesundheitsreform

„Für die Unternehmenssteuerung ist es ein unschätzbarer Vorteil, zu jedem Zeitpunkt verlässliche Informationen zur Verfügung zu haben, auf deren Basis fundierte Entscheidungen getroffen werden können. Speziell für uns als Krankenkasse ist das überlebenswichtig, da sich die Rahmenbedingungen häufig ändern. Management ‘aus dem Bauch heraus‘ gibt es bei uns nicht.“

— Detlef André, Abteilungsleiter DWH & SAP, Kaufmännische Krankenkasse


HERAUSFORDERUNG
Die KKH hat 1999 ein unternehmensweites Data Warehouse eingeführt, um von einem
einheitlichen Speicherort aus die internen BI- und CRM-Systeme bedienen zu können.
Insbesondere bei der Anbindung der verschiedenen Systeme – darunter eine große
DB2-Datenbank sowie das interneSAPSystem – an das Data Warehouse standen die Verantwortlichen vor der Herausforderung, Daten aus den unterschiedlichsten Systemen und Formaten erst zentral zu konsolidieren und dann dem Microsoft SQLServer 2005 möglichst in Echtzeit zur Auswertung zur Verfügung zu stellen. In den letzten drei Jahren hat die zu verarbeitende Datenmenge um 120 % zugenommen. Die Anzahl der ins Data Warehouse übernommenen Quellobjekte hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.

Informatica-Lösung

  • PowerCenter 8.1.1 64-Bit

Industriezweig

  • Versicherungen


Gesundheit ist nicht nur das höchste Gut, sondern bekanntlich auch ein sehr teures. Seit Mitte der 90er Jahre folgt eine Gesundheitsreform der nächsten, mit dem Ziel, die ausufernden Kosten in den Griff zu bekommen und gleichzeitig die hohe Qualität des Gesundheitswesens gewährleisten zu können. Besonders im Blickpunkt stehen dabei die Krankenkassen, von denen rund ein Drittel defizitär arbeitet und zum Teil tief in den roten Zahlen steckt. Einige Krankenkassen sind aber bis heute schuldenfrei und arbeiten sogar profitabel. Dazu zählt auch die Kaufmännische Krankenkasse aus Hannover (KKH) deren Wurzeln bis in das Jahr 1862 zurückreichen. Mit aktuell rund zwei Millionen Versicherten ist die KKH die viertgrößte bundesweite Krankenkasse in Deutschland.

Um die Wettbewerbsfähigkeit unter den aktuell schwierigen Bedingungen aufrecht und die
Beiträge stabil halten zu können, müssen vor allem die internen Prozesse transparent und so weit wie möglich automatisiert ablaufen. Grundlage dafür ist die Datenintegrationsplattform Informatica PowerCenter, mit der die KKH ihre Daten aus den verschiedenen Quellsystemen in der unternehmenseigenen Data Warehouse (DWH)-Lösung zusammenführt und von dort den Analyseprogrammen zur Unternehmenssteuerung zur Verfügung stellt. PowerCenter unterstützt dabei nicht nur die automatische Befüllung des Data Warehouse sondern erkennt auch Fehlersituationen und leistet Hilfestellung bei Maßnahmen zur Sicherstellung der Datenqualität.

Profitabel mit Hilfe des Data Warehouses

Gesetzliche Krankenkassen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, arbeiten aber
längst schon wie Wirtschaftsbetriebe. Dies ist, zugegeben, nicht immer ganz einfach, da sich die Rahmenbedingungen ständig ändern und eine seriöse langfristige Planung häufig zur Makulatur werden lassen. Dennoch konnte die KKH im Jahr 2005 ein Finanzplus von rund zehn Millionen Euro erwirtschaften. Grundlage dieser positiven wirtschaftlichen Situation sind Schnelligkeit, Flexibilität und überdurchschnittlicher Einsatz. Möglich wurde dies nicht zuletzt durch eine hochmoderne IT-Landschaft, in der besonderer Wert auf eine effektive und umfassende Nutzung der vorhandenen, in einem Data Warehouse gesammelten Daten gelegt wird.

Bei der Einrichtung des unternehmensweiten Data Warehouse im Jahr 1999 stand das Ziel
im Vordergrund, aussagekräftige Daten für eine gezielte Steuerung der Leistungskosten zu

VORTEILE

In Systemlandschaften wie der der KKH kommt schnell eine stattliche Zahl notwendiger
Schnittstellen zusammen, die entweder von Fall zu Fall manuell programmiert oder durch entsprechende Softwarelösungen zur Verfügung gestellt werden müssen. Aufgrund des zu erwartenden Arbeitsaufwandes und der geringen Flexibilität schied die Eigenprogrammierung
als Alternative aus. Seit Beginn des Data Warehouse-Projektes wird Informatica PowerCenter erfolgreich als das zentrale Datentransformations-Werkzeug für die Befüllung aller Datenschichten des Data Warehouses eingesetzt. Ende 2006 wurde den Verantwortlichen aber klar, dass der adressierbare Arbeitsspeicher der 32-Bit- Umgebung nicht mehr ausreichen wird. Mit dem Umstieg auf 64-Bit-Hardware und Software, einschließlich der PowerCenter-Version 8.1.1 64-Bit, hat die KKH ab 2007 auch das kontinuierlich wachsende Datenvolumen weiterhin voll im Griff.erlangen und die Entwicklung der Kosten und Leistungen unter Kontrolle zu halten. „Wir wollten aus der Vielzahl vorhandener Daten einen einheitlichen Blick auf das Unternehmen ableiten“, erinnert sich Detlef André, Abteilungsleiter DWH & SAP bei der KKH. „Der erste Schritt auf diesem Weg war die Implementierung eines einheitlichen Speicherorts für alle Daten.“ Heute dient das Data Warehouse als Basis für die internen Business Intelligence- und CRM (Customer Relationship Management)-Projekte.

PowerCenter statt manueller Programmierung

Dabei hatte die KKH mit einer Vielzahl unterschiedlicher Quell- und Zielsysteme zu kämpfen. Auf der einen Seite betraf dies die Betreuung der rund zwei Millionen Versicherten, wo 4500 Mitarbeiter in 113 Servicezentren Daten erfassen. Auf der anderen Seite stehen die Abrechnungen mit Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern. Auch die zahlreichen Berichte für die Unternehmenssteuerung und auch für die Erfüllung behördlicher Vorgaben sollten schneller und besser nachvollziehbar erstellt werden können.

Aus technischer Sicht benötigt jeder Datenaustausch eine Schnittstelle, über die die Daten fließen können. In Systemlandschaften wie der der KKH kommt schnell eine stattliche Zahl notwendiger Schnittstellen zusammen, die entweder von Fall zu Fall manuell programmiert oder durch entsprechende Softwarelösungen zur Verfügung gestellt werden müssen. Aufgrund des zu erwartenden Arbeitsaufwandes und der geringen Flexibilität schied die Eigenprogrammierung als Alternative aus, so dass die KKH den Markt nach einer geeigneten Datenintegrationsplattform sondierte. Seit Beginn des Data Warehouse-Projektes wird Informatica PowerCenter erfolgreich als das zentrale Datentransformations- Werkzeug für die Befüllung aller Datenschichten des Data Warehouses eingesetzt.

Bei der Anbindung der verschiedenen Systeme, darunter eine DB2-Datenbank sowie das
interne SAP-System, an das Data Warehouse standen die Verantwortlichen vor der Herausforderung, Daten aus den unterschiedlichsten Systemen und Formaten erst zentral zu konsolidieren und dann dem Microsoft SQL-Server 2005 möglichst in Echtzeit zur Auswertung zur Verfügung zu stellen. Als Produktionsumgebung für Oracle und PowerCenter dienen drei Fujitsu- Siemens-Server vom Typ RX600S3 mit jeweils vier Intel Dual-Core-CPUs und einem Arbeitsspeicher von 16 Gigabytes. Die Maschinen laufen unter dem Betriebssystem Windows 2003 R2 Enterprise x64-Edition. Daran angeschlossen sind zwei EMC-Storageeinheiten CX700 mit 24 Terabytes.

Mehr Performance durch Umstieg auf 64-Bit-Umgebung

Trotz der Archivierung von Altdaten hat die zu verarbeitende Datenmenge in den letzten drei Jahren um 120 % zugenommen. Die Anzahl der ins Data Warehouse übernommenen Quellobjekte (Tabellen) hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt (von 435 auf 947, Stand November 2006). In der Vergangenheit konnte eine kritische Verlängerung der Verarbeitungsprozesse meist durch den Austausch oder die Aufrüstung der vorhandenen Hardware vermieden werden. Ende 2006 wurde jedoch in immer mehr Projekten ein Speicherbedarf erreicht, für den der bei 32-Bit-Umgebungen adressierbare Arbeitsspeicher nicht mehr ausreichte. Das dann notwendige Caching auf der Festplatte führte zu einer erheblichen, teilweise vierfachen Laufzeitverlängerung.

Es ist absehbar, dass sich die zu verarbeitende Datenmenge auch in naher Zukunft weiter deutlich erhöhen wird, selbiges gilt für die fachliche Komplexität der Mappings. Zahlreiche anstehende Projekte sollen nach heutigem Planungsstand mit neuen DWH-Funktionalitäten unterstützt werden. Neben der „normalen“ Projektbewirtschaftung müssen dabei auch neue Systeme, beispielsweise prädiktive BI-Systeme oder Data Mining-Werkzeuge, mit Quelldaten versorgt werden. Geplant sind auch Simulationen auf Basis von komplexen Datenbeständen und der Aufbau komplexer Analysesysteme in Echtzeit. Hinzu kommt, dass die Anzahl der zu übernehmenden Quellsysteme aufgrund des anstehenden Erneuerungsprojekts sowie zugekaufter Fremdsoftware deutlich ansteigen wird. Zukünftig werden ETL-Prozesse (Extract, Transform, Load) nicht nur bei der Bewirtschaftung der verschiedenen DWH-Datenmodelle entstehen, sondern auch aufgrund von Datenmigrationen und Datenintegrationen zwischen operativen und dispositiven Daten (z. B. für Kampagnen und Recherchen) initiiertwerden.

Um diese fachlichen Anforderungen adäquat und zeitnah umsetzen zu können, war eine
bedarfsgerechte Soft- und Hardwareplanung unerlässlich. Hieraus abgeleitet hat die KKH die Beschaffung von entsprechender Hardware projektiert und bereits Testszenarien mit der
64-Bit-Version von PowerCenter durchgeführt. „Dabei hat sich gezeigt, dass ein Performancegewinn von bis zu 300% möglich war“, so Detlef André. Der 64-Bit-Hardwarekonsolidierung schließt sich somit folgerichtig eine 64-Bit Softwarekonsolidierung an, entsprechende Lizenzen für Oracle und SQL Server 2005 sind bereits vorhanden. Die neuen Server sowie das SAN sind bereits angeschafft, PowerCenter 8.1.1 in der 64-Bit-Ausführung wurde bereits in einer Testumgebung installiert. Im März 2007 wurde die bestehende PowerCenter-Produktionsumgebung auf die Version 8 migriert. Der Produktionsbetrieb der 64-Bit-Version startete dann im Sommer.

Basis für fundierte Entscheidungen

Die KKH hat auf Basis von PowerCenter ein konsistentes Kennzahlensystem und Berichtswesen
geschaffen, mit dem das unternehmensweite Controlling unterstützt und ein effizientes
Kostenmanagement eingeführt wurde. Zahlen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen
können heute zur Optimierung von Geschäftsprozessen genutzt werden. „Wir konnten zum
Beispiel Daten korrelieren, um das Zahlungsverhalten unserer Kunden mit den Vertriebsdaten abzugleichen, und unsere Fachbereiche durch komplexe Datenanalysen wesentlich besser als vorher unterstützen“, kommentiert Detlef André. So können umfangreiche Statistiken, etwa über die Versichertenstruktur, ohne großen Aufwand erstellt werden, was wiederum aussagekräftige Analysen über die wirtschaftli wirtschaftliche Situation der KKH zu jedem beliebigen Zeitpunkt ermöglicht.

Immer stärker erfordern aber auch gesetzliche Vorgaben die regelmäßige, schnelle und verlässliche Erstellung von Berichten. So werden die von PowerCenter in das Data Warehouse überführten Daten auch benötigt, um den Anforderungen des Risikostrukturausgleichs (RSA) zu genügen. Die Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen konnten in der Vergangenheit nicht uneingeschränkt wählen, bei welcher Krankenkasse sie sich versichern wollten. So entstand eine ungleiche Verteilung von gut verdienenden und einkommensschwachen, von gesunden und kranken Beitragszahlern. Einzelne Krankenkassen hatten bei niedrigen Einnahmen hohe Ausgaben für Leistungen und umgekehrt, was zu sehr unterschiedlichen Beitragssätzen führte. Der RSA wurde 1994 vom Gesetzgeber eingeführt, um finanzielle Auswirkungen der von den Krankenkassen nicht beeinflussbaren Unterschiede auszugleichen. Dazu zählen beispielsweise die Höhe der beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder (Grundlöhne), die Zahl der beitragsfrei mitversicherten Familienangehörigen, Geschlecht und Alter der Versicherten. Aufgrund ihrer guten Risikostruktur zahlte die KKH 2005 rund 240 Millionen Euro in den RSA ein.

„[In Testszenarien mit der 64-Bit-Version von PowerCenter] hat sich gezeigt, dass ein Performancegewinn von bis zu 300 % möglich war.“

- Detlef André, Abteilungsleiter DWH & SAP, Kaufmännische Krankenkasse KKH

Auszeichnung für Kundenorientierung

Für Detlef André ist vor allem das Management Nutznießer der leistungsfähigen DWH-Infrastruktur: „Für die Unternehmenssteuerung ist es ein unschätzbarer Vorteil, zu jedem Zeitpunkt verlässliche Informationen zur Verfügung zu Welch positive Auswirkungen ein modernes Data Warehouse nicht nur intern, sondern vor allem nach außen haben kann, macht eine aktuelle Auszeichnung, die die KKH gewinnen konnte, deutlich. Im Wettbewerb »Deutschlands kundenorientiertester Dienstleister«, ausgerichtet von der Uni St. Gallen, Steria Mummert Consulting und dem Handelsblatt, belegte die KKH im Mai 2006 unter den beteiligten gesetzlichen Krankenkassen den ersten Platz. „Kundenorientierung zahlt sich nachhaltig aus“, kommentiert Detlef André. „Wichtige Basis dafür ist unser effizientes Data Warehouse und hier vor allem die Zuverlässigkeit und Funktionalität der Datenintegrationsplattform Informatica PowerCenter.“

TECHNISCHE INFRASTRUKTUR (PRODUKTION)

Hardware

  • Drei FSC-Server RX600S3 mit vier x 64 Dualcore CPUs
  • Windows 2003 Enterprise Edition R2 x64
  • Drei EMC-Storageeinheiten CX-700 (24 TB Gesamtspeicher)

Quellsysteme

  • DB2 für z/OS, V8
  • SAP R/3
  • Microsoft SQL Server 2005
  • Oracle 10.2

Informatica Software

  • PowerCenter 8.1.1 64-Bit

Unternehmensprofil KKH

Der Solidaritätsgedanke hat bei der KKH eine lange Tradition, die sich bis ins Jahr 1862
zurückverfolgen lässt. Damals gründeten Kaufmannsgehilfen den Kaufmännischen Verein zu
Halle an der Saale. Eines seiner Ziele war die Bildung eines Fonds zur Unterstützung von Mitgliedern, die durch Krankheit unverschuldet in Not geraten waren. Am 10. März 1890
beschloss die Generalversammlung die Gründung einer Krankenkasse. Mit dem Rechtsstatus
einer „eingeschriebenen Hilfskasse“ nahm sie ihre Arbeit auf. Sie erhielt später die Rechtsstellung einer Ersatzkasse und verzeichnete eine stetige Aufwärtsentwicklung. Die Betreuung der rund zwei Millionen Versicherten wird flächendeckend in allen 16 Bundesländern durch 113 KKH-Servicezentren mit rund 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sichergestellt. Mit mehr als 3.800 ehrenamtlich geführten Außenstellen vervollständigt die KKH ihre kundennahe Betreuung. Sie ist die viertgrößte bundesweite Krankenkasse in Deutschland.

Unternehmensprofil Informatica

Informatica ist ein führender Anbieter von Software und Dienstleistungen für die unternehmensweite Datenintegration. Informatica löst eines der größten Probleme, vor denen Unternehmen heute stehen: das Arbeiten mit Daten, die fragmentiert auf unterschiedlichen IT-Systemen liegen. Mit Informatica-Lösungen können Firmen ihre gesamten Daten nach Belieben prüfen, integrieren, sie bewegen und darauf zugreifen, um so ihr volles Geschäftspotenzial umzusetzen. Dadurch wird Komplexität verringert, Konsistenz gewährleistet und das Unternehmen wird leistungsfähiger.

Weltweit verlassen sich mehr als 2.900 Unternehmen auf Informatica, um Datenintegrationsanforderungen jeder Komplexität und Größe schneller und günstiger als bisher zu realisieren.

Kurzübersicht

Gründungsjahr: 1993
Firmensitz: Redwood City, Kalifornien/USA
Mitarbeiter: 1.300+
Kunden: 2.900+
NASDAQ: INFA

President und CEO
Sohaib Abbasi